Vorschau auf die Bocholter Orgeltage 2019:


Sonntag, 9. Juni, 18.00 Uhr

(St. Georg - Kirche)

Stephen Tharp (New York, USA)

 

Stephen Tharp, gepriesen als “der Organist für den Kenner, als „der Interpret für den Intellektuellen und als „der umfassende kreative Künstler“, ist anerkannt als einer der großen Konzertorganisten unserer Zeit. Nachdem er 53 weltweite Konzerttourneen als Solist und mehr als 1600 Konzerte weltweit gespielt hat, hat er eine derjenigen internationalen Karrieren fest etabliert, die von den Kritikern am meisten Anerkennung und Ansehen erfahren. Seine umfassende Liste von Aufführungen seit 1987 enthält so herausragende Konzertorte wie St. Bavo, Haarlem; Notre-Dame de Paris, The Hong Kong Cultural Centre; die Town Hall von Sydney, den Tschaikowsky Saal, Moskau, die Tonhalle Zürich, den Dom von Mailand usw. Er war zentral vorgestellter Künstler bei nationalen wie regionalen Zusammenkünften des Amerikanischen Organistenverbandes (American Guild of Organists - AGO) und hielt weltweit Meisterkurse – auch in Deutschland. Er war außerdem Mitglied der Jury bei bedeutendsten Wettbewerben. Stephen Tharp bleibt ein wichtiger Vertreter neuer Orgelmusik, vergibt immer neue Kompositionsaufträge und spielt zahlreiche Uraufführungen von Kompositionen für das Instrument. Das erste solche Stück war Jean Guillous symphonische Dichtung Instants, op. 57, die Tharp am King’s College, Cambridge, England, im Februar 1998 zur Uraufführung brachte. Als Komponist erhielt er selbst vom Kölner Dom den Auftrag, für Ostersonntag 2006 zur Einweihung der neuen Tuba- Hochdruckregister seine Easter Fanfares zu schreiben. Im April 2008 war Stephen Tharp der Offizielle Organist für den Besuch Papst Benedikts XVI. in New York. Sein Orgelspiel wurde live übertragen vom Englischen und Irischen Nationalen Fernsehen, von Radio Prag, orgelnieuws.nl in den Niederlanden etc. Im Jahr 2005 und 2011 strahlte der Sender Pipedreams zwei komplette Sendungen aus, die ausschließlich seiner Karriere gewidmet war, was ihn zu einem der ganz wenigen Organisten weltweit machte, die derart geehrt wurden.

 

Er ist auch als Kammermusiker aktiv, der an der Orgel, dem Klavier und dem Cembalo gemeinsame Konzerte gab mit bedeutenden Künstlern. Seine 15 Solo- Orgelaufnahmen sind bei den Labels Acis Productions, JAV Recordings, Aeolus, Organum, Ethereal zu finden. Seine CD- The complete works of Jeanne Demessieux- hat im Februar 2009 sowohl "5 DIAPASON" der renommierten französischen Fachzeitschrift Diapason als auch den"Preis der deutschen Schallplattenkritik" (Mai 2009) erhalten. Im Februar 2012 wurde ihm im Rahmen seines Preisträgerkonzertes der „2011 International Performer of the Year Award“ des New York City Verbundes der American Guild of Organists (AGO) verliehen und im Mai 2015 hat er die Paul Creston Auszeichnung erhalten, die bedeutenden Figuren in der Kirchenmusik und der darstellenden Kunst verliehen wird.



Sonntag, 16. Juni, 18.00 Uhr

(St. Paul - Kirche)

Christoph Kuhlmann (Köln)


Christoph Kuhlmann, geboren 1963, studierte Kirchenmusik an der Folkwang--‐Hochschule Essen (u.a. Orgel bei Sieglinde Ahrens), bis er 1989 das A-Examen mit Auszeichnung ablegen konnte. Weitere Studien führten ihn nach Paris, wo er Orgel und musikalische Analyse bei Naji Hakim und Orgelimprovisation bei Jean‐Pierre Leguay studierte. In diese Jahre fallen zahlreiche Auszeichnungen und Preise (1990 erster Preis in Boulogne, 1991 erster Preis in Paris, „Tournemire-Preis 1992 etc.). 1994 erlangte er das „Certificat d‘aptitude aux fonctions de professeur d‘orgue". Es folgten erste berufliche Aktivitäten in Frankreich als Leiter der Konzertorganisation „Accueil Musical“ an der Pariser Kirche St. Merry, als Lehrer für Orgel und Harmonielehre am Conservatoire de Levallois-Perret und als Chorleiter bei der Maîtrise de Caen und am dortigen Konservatorium. Als Organist fühlt sich Kuhlmann im Besonderen der französischen Musik sowie der Improvisation verpflichtet. Seine Konzerttätigkeit führte ihn zu zahlreichen Festivals im In- und Ausland (Köln, Libbourg, Paris, London). Rundfunk- und CD‐Aufnahmen runden seine Tätigkeit ab. Zuletzt erschien 2008 von ihm „Une soirée musicale chez Albert Baron de l’Espée“ mit Orgeltranskriptionen Wagnerscher Orchesterwerke. Seit 1994 ist Christoph Kuhlmann Kantor an der romanischen Kirche St. Andreas in der Kölner Innenstadt, seit 2003 auch Regionalkantor für Köln. Seit 2007 nimmt er an der Musikhochschule Köln einen Lehrauftrag für „Fachdidaktik Orgel“ wahr.




Sonntag, 23. Juni, 18.00 Uhr

(St. Josef - Kirche)

Rheinisches Kammerensemble

Werner Hespe (Bocholt)


Das Rheinische Kammerensemble wurde 2016 von Frank Hartmann, André Schmechel und Ekaterina Korotkova gegründet und konzertiert sowohl als eigenständiges Trio also auch in größeren Formationen mit Gästen aus dem In- und Ausland. Das Repertoire der Musiker umfasst Originalkompositionen und Arrangements vom 11. bis zum 17. Jahrhundert, darunter sehr wohl bekannte Werke, aber auch bislang völlig unbekannte Kompositionen. Die Freude daran, so tief wie möglich in die Zeit und die Biografie eines Komponisten einzutauchen, sein Werk in all seiner Schönheit zu erarbeiten und die aus gemeinsamer biographischer Arbeit gewonnenen Eindrücke bei Musizieren in den Klang fließen zu lassen, das ist eine der Gemeinsamkeiten, die die drei Gründungsmitglieder schon bei ihrem ersten Aufeinandertreffen miteinander verband.

 

Die zweite Gemeinsamkeit ist der Wunsch danach, einem Komponisten bei der Erschließung seines Lebens und Werkes die dazu nötige Zeit und Ruhe zukommen zu lassen, und sich auch bewusst diese Zeit nehmen zu können, um in der Gelassenheit einer entschleunigten Probenarbeit das Kunstwerk der Komposition erleben zu können. Die musikalische Interpretation des Ensembles ist nicht zwingend daran gebunden, den Klang alter Instrumente zu imitieren oder historisches Instrumentarium zu verwenden. Freilich übergeht das Ensmeble nicht die Erkenntnisse einer historischen Aufführungspraxis, allerdings steht für das Rheinische Kammerensemble die Arbeit an der Komposition als Kunstwerk und als Ausdruck einer individuellen Biografie des Komponisten ansich im Vordergrund, was ganz losgelöst von einem ursprünglichen Klangbild als eigenständiger Ausdruck kompositorischen Lebens dastehen kann. Zeit- und raumlos erscheinen die Musikwelten aller Jahrhunderte und erklingen in neuen Farben in dem, was das Rheinische Kammerensemble für sich selbst und sein Publikum auf der Bühne zu entwicklen sucht. Das Publikum darf sich bei diesen Konzerten auf eine abwechslungsreiche und konzeptuell angelegte Konzertdramaturgie freuen, ausgeführt von ambitionierten Musikern, die als Kammerensemble ihre interpretative und programmatische Selbstbestimmtheit zu schätzen wissen und ihre große Freude darin finden, zusammen mit dem Publikum den Raum mit den Botschaften vergangener Zeiten zu füllen.



Sonntag, 30. Juni, 18.00 Uhr

(Ort wird noch bekanntgegeben)

Die lange Orgelnacht


Vier Organisten in zwei Konzerten, unterbrochen durch eine kulinarische Pause - das ist die traditionelle "Lange Orgelnacht", in diesem Jahr unter dem Thema "Variation delectat!" Es spielen die Bocholter Organisten Philipp Hövelmann, Norbert Langstein, Koos Tiggelaar und Werner Hespe Werke von F. Mendelssohn, J. S. Bach, J. Ph. Dandrieu, E. Pepping u. a.


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